Dämmung

Es gibt viele Situationen, in denen der Wunsch besteht, ein Fahrzeug zusätzlich zu dämmen, oder die Dämmung nach einem Umbau oder einer Restauration wieder herzustellen. Werksseitig sind meist alle relevanten Teile an einem Fahrzeug, also auch am Reisemobil oder dem Wohnwagen mehr oder weniger gut gedämmt. Wer allerdings diese werkseitige Dämmung verbessern oder ersetzen will, findet ein reichhaltiges Angebot.

Vor der Beschaffung des benötigten Materials muss man allerdings genau wissen, was man braucht. Es gibt fast ebensoviel Anwendungsmöglichkeiten wie es unterschiedliche Materialien gibt.

Bei der Materialauswahl muss man wissen, ob man gegen Lärm oder gegen Temperaturunterschiede dämmen möchte. Es macht nicht viel Sinn, den Motorraum mit Dämmung auszukleiden, die zur Thermischen Dämmung gedacht ist. Im Innenraum des Fahrzeugs wird man keinen großen Nutzen bemerken. Andererseits führt die Verwendung von Schalldämmung in den Seitenwänden eines Reisemobils dazu, dass man später dann beim frieren seine Ruhe hat, weil die Dämmung zwar sehr gut den Schall draußen hält, die Kälte jedoch ins Innere lässt. Schwierig ist das Dämmen großer Blechflächen, denn hier wären eigentlich beide Eigenschaften gewünscht. Große Flächen sollten eine Dämmung zum entdröhnen erhalten, aber auch eine Temperaturisolierung, um die Wirkung als Kältebrücke so gut es geht zu vermindern. 

Zur Schalldämmung werden meist offenporige Werkstoffe verwendet, die den Schall schlucken. Für die Isolierung des Innenraums eignen sich geschlossenporige Dämmstoffe. Völlig ungeeignet für Fahrzeuge aller Art ist die im Immobilienbereich verwendete Mineralwolle. Diese saugt Feuchtigkeit auf und speichert sie. Anschließend wird diese Feuchtigkeit rostfördernd wieder an die blecherne Umgebung abgegeben.

Eine Sonderstellung bei den Dämm- und Isolierstoffen nimmt Polystyrol ein. Der Stoff, den wir alle unter dem Namen Styropor kennen, dämmt gegen Lärm und gegen Temperaturunterschiede. Beides nicht so gut wie die jeweiligen Spezialstoffe, aber immerhin beides in einer brauchbaren Art. Diese Eigenschaft macht Polystyrol zum bevorzugten Dämmstoff im Wohnwagenbau. Bei anderen Fahrzeugen wird der Stoff in der Regel nicht verwendet. Der Grund, Polystyrol nicht im Fahrzeugbau zu verwenden ist ebenso einfach wie einleuchtend. Der Werkstoff wird in Form von Platten geliefert. Diese müßten dann zurechtgeschnitten und an der Innenseite der Karosserie eingepasst werden. Dadurch dass die einzelnen Element an den Schnittkanten aneinander reiben entsteht ein Quitschen, das manche Menschen in den Wahnsinn treiben kann, sobald das Fahrzeug sich in Bewegung versetzt. Bei Wohnwagen ist dies nicht weiter schlimm, da sich während der Fahrt sowieso keine Personen darin aufhalten dürfen. 

Material zur Dämmung erhält man im Campinghandel und im Autozubehör oder bei Oldtimer Spezialisten. Dort sind oft sogar noch die alten Jutematten erhältlich, die in den sechziger und siebziger Jahren vom Hersteller verbaut wurden.

Zum verkleben der Matten sollte man speziellen Kleber verwenden. Am besten ist es, wenn man sich beim Kauf erkundigt, welches Produkt sich am besten eignet. Ungeeignet für diese Aufgaben sind meist die im Baumarkt angebotenen Universalkleber. 

Vor dem Verkleben der Dämmung sollte die Fläche auf die geklebt wird mit Schleifpapier etwas aufgerauht werden. Dies dient der besseren Haftvermittlung, damit nicht alles nach kurzer Zeit wieder abfällt. 

Stellt man beim Ausbau der Innenverkleidung fest, dass dahinter eine Kunststoffolie ist, dann muss diese ohne Beschädigung auch wieder angebracht werden. Es handelt sich dabei nämlich um eine Dampfsperre. Diese ist auch an den Innenseiten von Fahrer- und Beifahrertür eingebaut. Wird die Dampfsperre nicht wieder angebracht, führt dies auf Dauer zu Rostherden.