Zerhackertoilette

Was ist eine Zerhackertoilette, warum gibt es sie und wie arbeitet sie?

Zunächst einmal ganz einfach. Wie der Name bereits suggeriert werden die Fäkalien in einer Zerhackertoilette zusammen mit dem benutzten Toilettenpapier durch rotierende Messer zerhackt. Und das so gründlich und so fein, dass unter Zuhilfenahme von zusätzlichem Wasser ein dickflüssiger Brei entsteht, der mittels Druck in den von der Toilettenschüssel getrennten Fäkalientank gepumpt wird.

Die Entleerung einer Zerhackertoilette erfolgt durch den Festeinbau des Fäkaltankes über einen Schlauch, durch den der Fäkalbrei nochmals unter Zugabe von Wasser entleert wird.

Der komplette Vorgang läuft natürlich über das 12 Volt Bordstromnetz, sonst wäre die Toilette ja unterwegs ohne Stromanschluss, Generator oder Spannungswandler nicht nutzbar. Der Stromverbrauch ist dabei im Gegensatz zum Wasserverbrauch eher recht niedrig.

Welche Vorteile hat eine Zerhackertoilette?
Durch den relativ großen Fäkalientank bietet die Zerhackertoilette erheblich längere Nutzungsintervalle bis zur nächsten Leerung als z.B. die Kassettentoilette.

Die Entleerung ist einfacher, da die beim Entleeren flüssigen Fäkalien einfach über einen Schlauch abgeleitet werden können. Die meisten Zerhackertoiletten bieten ein “Schüsselgefühl” wie man es von der Toilettenschüssel zuhause gewohnt ist. Beim Einbau kann man den Platz für den Fäkalientank unabhängig vom Einbauort der Toilettenschüssel einigermaßen frei gewählt werden. Für viele auch ein großer Vorteil ist, dass die Zerhackertoilette ohne die in den letzten Jahren als “Chemie” verschriene, jedoch biologisch abbaubare Toilettenflüssigkeit auskommt.

Was so viele Vorteile mit sich bringt muss natürlich auch irgendwo Nachteile haben. Je nach Standort muss man zum Entleeren den Stellplatz verlassen und zur Entsorgungsstation am Campingplatz fahren, ausser man hat einen Campingplatz mit Entsorgungsmöglichkeit an jeder Parzelle. Solch ein Platz ist mir allerdings (noch) nicht bekannt.

Dazu hat die Zerhackertoilette einen erheblich höheren Wasserverbrauch als jede andere Art der im Campingbereich genutzten Toilette. Man kann durchaus mit bis zu 2 Litern pro Spülgang rechnen. Hat man da am Platz keinen festen Wasseranschluß, kann man ganz schön Wasser ranschaffen.

Im Betrieb, wenn das Häckselwerk läuft, gibt eine Toilette dieser Bauart natürlich lautere Geräusche von sich als andere Arten von Toiletten. So bekommt der Campingnachbar mit, wann man nachts sein Geschäft verrichtet.

Abgesehen von großen Tank, der auch ein entsprechendes Platzangebot voraussetzt, bringt eine Zerhackertoilette ein ziemlich hohes Gewicht mit. Man kann durchaus mit bis zu 25 Kilogramm nur für die Anlage rechnen. Als Größe für den Fäkaltank kann man mit etwa 100 Litern kalkulieren. Diese Menge an Wasser muss dann eben auch erstmal zur Verfügung stehen.